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Oxfam

„Four out of every five dollars of wealth generated in 2017 ended up in the pockets of the richest 1%, while the poorest half of humanity got nothing, a report published by Oxfam found on Monday.“

Das wissen wir längst. Und einige tun sogar etwas dagegen: Superreiche verschenken grosse Teile ihres Vermögens, und (hauptsächlich) alternative Organisationen versuchen, ihre Stimme gegen diese gefährliche Verteilung von Vermögen, Macht und Einflussnahme laut werden zu lassen.

Lesen Sie, OXFAM dazu zu sagen hat…

 


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Pharmabranche holt auf

Manchen Frauen scheint es so, als ob sich in Bezug auf ihre Berufsschancen nichts oder viel zu wenig tut, und es ist eine Kultur entstanden, die hauptsächlich von Negativem geprägt ist. Mit grosser Unterstützung der Medien wird akribisch untersucht: Was haben Frauen (noch) nicht erreicht? Wo ist eine Erwartung enttäuscht worden? Welche Frauen sitzen auf der so genannten «Gläsernen Klippe», also auf dem Schleudersitz, falls die Zahlen am Jahresende nicht den Vorgaben entsprechen?

Über solchen Klagen und negativen Zukunftsszenarien wird oft vergessen oder übersehen, dass sich sehr wohl „etwas“ tut, dass man fast täglich den Medien entnehmen kann, welche Top-Position zum ersten Mal an eine Frau gegangen ist, welches Unternehmen eine bessere Rendite aufweist, weil es gemischte Teams an der Spitze hat, oder welche Branche trotz allem begriffen hat, dass sich Monokulturen auf die Dauer für ein Unternehmen als schädlich erweisen können.

Wie wichtig Frauen in konkurrenzintensiven Bereichen sein können, lässt sich am Beispiel der Pharmabranche zeigen, die als frauenresistent gilt, was die obersten Etagen angeht. Innerhalb eines Dreivierteljahres haben zwei bedeutende Pharmaunternehmen Frauen in die Geschäftsleitung geholt – in beiden Fällen zum ersten Mal:

Emma Walmsley, GSK

Emma Walmsley, 47, hat eine wichtige Premiere inszeniert: Sie ist Chefin des britischen Arzneimittelherstellers GlaxoSmithKline und damit die erste Frau, die ein globales Top-Pharmaunternehmen führt.

 

 

 

 

Elizabeth «Liz» Barrett wird  Anfang Februar  CEO der Onkologie und zugleich Mitglied der Geschäftsleitung bei Novartis. Die US-Amerikanerin kommt von weltgrössten Pharmakonzern Pfizer, einem wichtigen Konkurrenten von Novartis im Krebsgeschäft. Der Wechsel von Barrett ist damit ein kleiner Coup. Sie war entscheidend beteiligt an der Einführung neuer kommerzieller Modelle und beim Vorantreiben von Innovationen in enger Partnerschaft mit Forschung und Entwicklung.

Elizabeth «Liz» Barrett (ZVG)

„Barrett ist sich ihrer herausgestellten Position in der Branche bewusst, wie sie gegenüber «FiercePharma» bestätigte: «Es gibt nicht viele Frauen mit meinem Erfahrungshorizont in der Branche.» Sie sei glücklich, dass sich das allmählich ändere. «Ein Unternehmen ist stets besser aufgestellt mit einem vielfältig zusammengesetztem Führungsteam.»

In der Schweiz ist die Situation besonders zugespitzt: Nur 8 Prozent aller Führungspositionen in SMI-Konzernen sind von Frauen besetzt, zeigt der Schilling-Report. Das bedeutet, nur 17 von 219 Posten hatten Frauen inne, Stand Sommer 2017. Und noch seltener fällt die Entscheidung, einen finanziell zentralen Bereich in weibliche Hände zu legen. Novartis hat mit diesem Schritt also auch ein Role Model geschaffen.“ (Handelszeitung)


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Regierungschefin mit ehrgeizigem Ziel

Schnell: Welches Land hat als erstes Frauen das Stimm- und Wahlrecht zugestanden? Nein, kein skandinavisches, sondern – Neuseeland!

Das war 1893, und jetzt, 125 Jahre später, soll in dem Land, das ja “neu” im Namen trägt, wiederum etwas Neues eingeführt werden: die frisch gekürte Regierungschefin Jacinda Ardern – mit ihren 37 Jahren weltweit die jüngste Frau in dieser Position – hat den Ehrgeiz, Lohngleichheit einzuführen, zumindest für die 46’000 Beschäftigten im Öffentlichen Dienst.

“In 2017, we cannot continue to send a message to young women that they can expect to be paid 10 percent less simply for their gender,” she said. “That is not a message that can continue.” Die Regierungschefin ist überzeugt, dass sie damit ein starkes Zeichen setzen kann. Angesichts der Geschichte der Frauenrechte in Neuseeland hat sie gute Aussichten auf Erfolg.


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Aus den Erfahrungen anderer lernen

Die „News“, Artikel, Kommentare oder Cartoons über den Präsidenten der USA, die mir täglich  in die INBOX gespült werden, sind vielfach geprägt von Angst, Pessimismus oder von dem, was man als „vorauseilenden Gehorsam“ bezeichnet. Die Stimmen mehren sich, die darauf hinweisen, dass wir bzw. die Medien, die wir eifrig konsumieren, ihm damit immer wieder eine Bühne bieten, aus dem er sein Heldendasein und seine Unverzichtbarkeit ableitet. Und genau dort setzt der renommierte Geschichtsprofessor (Yale Unibersity) Timothy Snyder in seinem jüngsten Buch an:

„Leiste keinen vorauseilenden Gehorsam.“ So lautet die erste von 20 Lektionen für den Widerstand, mit denen Timothy Snyder die Bürger der Vereinigten Staaten von Amerika vorbereitet auf das, was gestern noch unvorstellbar zu sein schien: einen Präsidenten, der das Gesicht der Demokratie verstümmelt und eine rechtsradikale Tyrannei errichtet.

Doch nicht nur in den USA sind Populismus und autoritäres Führertum auf dem Vormarsch. Auch in Europa rückt die Gefahr von rechts immer näher – als ob es das 20. Jahrhundert und seine blutigen Lehren niemals gegeben hätte. Snyders historische Lektionen, die international Aufsehen erregt haben, sind ein Leitfaden für alle, die jetzt handeln wollen – und nicht erst, wenn es zu spät ist. Lektion 8: „Setze ein Zeichen.“ Dieses Buch tut es. Tun Sie es auch.“ (amazon)

 

 

Als Einführung zu den schnörkellos formulierten Thesen hier ein ausgezeichnetes Interview mit Timothy Snyder (Tages-Anzeiger; 4. Januar 2018)

«Trump will die Politik zerstören»

Der Historiker Timothy Snyder spricht über Donald Trumps erstes Amtsjahr. Sein Urteil ist vernichtend.

 

 


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Jenseits unseres Tellerrands (2): Die «Rescue»-App

Dringend benötigt, endlich entwickelt*

Kairo ist berüchtigt für die sexuelle Belästigung, der Frauen im Alltag ausgesetzt sind. Nun hat eine junge Medizinstudentin eine App entwickelt, die im Notfall Fremde zu Helfern macht.

„Das Prinzip: Fühlt sich eine Frau in der Öffentlichkeit bedrängt, kann sie die App namens „Rescue“ aktivieren. Sofort wird ein Notruf zusammen mit dem Standort der Frau an registrierte Nutzer im Umkreis gesandt – in der Hoffnung, dass jemand rechtzeitig eingreifen kann.
Dass eine App wie „Rescue“ in Kairo entwickelt wurde, ist kein Zufall: Die Stadt ist berüchtigt für das Maß der verbalen und physischen Belästigung, der Frauen im Alltag ausgesetzt sind: In einer UN-Umfrage aus dem Jahr 2013 gaben 99,3 Prozent der befragten ägyptischen Frauen an, bereits verbal oder physisch belästigt worden zu sein. Darunter fallen anzügliche Bemerkungen auf der Straße ebenso wie körperliche Übergriffe bis hin zur Vergewaltigung.“ 
(Mareike Enghusen in: «Deine Korrespondentin» #36)  Mehr

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*Dieser Beitrag ist im jüngsten Newsletter der Plattform «Deine Korrespondentin» erschienen. Die Plattform hat sich zum Ziel gesetzt, Beiträge von professionellen Korrespondentinnen aus ganz verschiedenen Ecken der Welt zu publizieren – aus Gebieten, die oft von den gängigen Quellen ignoriert werden (müssen). Es sind Frauen, die zum Teil recht unbequeme und sogar gefährliche Aufenthalte in diesen Ländern in Kauf nehmen, um zu ihren Berichten zu kommen – Beiträge, die zwar sehr gut recherchiert und geschrieben sind, aber von den kommerziellen Medien nicht honoriert werden.
Wenn Sie sich näher damit befassen wollen: Hier können Sie sich mit diesem Projekt mutiger Frauen vertraut machen, das sich immerhin bereits drei Jahre lang über Wasser gehalten hat, aber weiterhin Ihre Unterstützung braucht, um Sie auch im Neuen Jahr mit den Leistungen und Errungenschafen von Frauen aus allen Teilen der Welt bekannt zu machen.

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Silver Ager trifft auf Millennial: Geht das gut?

Dass sich die Arbeitswelt drastisch verändern wird, ist inzwischen bei vielen angekommen. Wie wir diese Veränderungen handhaben werden, ist von Zweifeln und Unsicherheiten geprägt, aber immer mehr zeichnet sich ab, dass in einer Welt von Künstlicher Intelligenz, Robotik, virtueller Realität, Augmented Reality und Cloud-Computing die persönliche Begegnung und das direkte Gespräch eher an Bedeutung gewinnen – als nötiger Kontrapunkt in einem von High Tech geprägten Umfeld.

Ebenso wissen wir inzwischen, dass sich die work force – das, was man früher als Personal bezeichnet hat – an beiden Enden der Altersskala verändert: Neben 18-Jährigen, die mit ihren Start-ups auf der Suche nach dem Einhorn (der höchst attraktiven Einstiegsmöglichkeit für Investoren und Business Angels) sind, gibt es am anderen Ende der Altersskala die 75-Jährigen, die für gerade diese Jungunternehmerinnen und Jungunternehmer wertvolle Gesprächspartner sind. Und was, wenn sie sogar noch älter als 75 sind?

Die Antwort auf diese Frage können Sie in diesem Video sehen: Mitte 20 im Gespräch mit Mitte 80, der Jungunternehmer und die gestandene Unternehmerin, beide in einer Sprache, die nicht ihre Muttersprache ist, was aber dem gegenseitigen Verständnis und dem Respekt für die Leistung keinen Abbruch tut. Dass Christian Hirsig und Rosmarie Michel sich über die Generationen hinweg etwas zu sagen hatten, ist unübersehbar…


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Ein neuer Gesichtspunkt: Macht und Sozialkompetenz

Natürlich sind wir uns einig: Es gibt sie nicht – DIE Männer oder DIE Frauen, die Verallgemeinerung also, die uns so leicht über die Lippen kommt, bei der uns gewöhnlich aber auch sofort die Ausnahmen in den Sinn kommen.

Dennoch sind gewisse Eigenschaften eher oder vermehrt Männern zuzuschreiben, und andere werden eher oder vermehrt als weiblich definiert: Beim Begriff «Macht» kommen einem Diktatoren, Populisten, Monopolisten oder Grossverdiener in den Sinn, hingegen wird der Begriff «Sozialkompetenz» wohl öfter mit Frauen assoziiert.

Interessant in diesem Zusammenhang die Frage eines Journalisten der «NZZ am Sonntag»: „Warum haben Männer die Macht?“  Redaktionsleiter Andreas Kunz hat für seinen Artikel den Titel gewählt «Die unerklärliche Macht der Männer», was ihm sicher viele Leserinnen gebracht hat. Aber sie sowie mancher Leser werden sich gefragt haben, was es mit dem Untertitel auf sich hat «Was den Menschen von den Elefanten unterscheidet“. Dabei beruft er sich auf Yuval Noah Harari , der sehr, sehr viel, aber nicht alles zu wissen scheint, denn er ist es, der in seinem Buch «Eine kurze Geschichte der Menschheit» die Frage nach dem Grund für diese Machtverteilung stellt.

Und er kommt zu einer Vermutung, die Stoff für unendliche Diskussionen bieten wird:

„Warum suchten Frauen Unterstützung nicht bei anderen Frauen? fragt er. Im Tierreich würden sich die weiblichen Bonobos oder Elefanten zu Matriarchaten zusammenschliessen, die kooperative Gruppe beherrsche dort die unkooperative – bei den Menschen sei es allerdings genau umgekehrt. Harari fällt für sein Problem nur eine Lösung ein, die er in Zeiten der geschlechterpolitischen Korrektheit allein als ­Frage zu stellen traut: Könnte es sein, dass sich die Männer gerade nicht durch überlegene Körperkraft, Aggressivität und Konkurrenzfähigkeit auszeichnen, sondern durch überlegene Sozialkompetenz und grössere Kooperationsbereitschaft?“

Na denn! Sie können jede langweilige Party aufmischen, indem Sie dieses Thema antippen. Viel Vergnügen bei einer alten Diskussion aus einem neuen Blickwinkel!


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Al Gore: Vision & Mission

Beinahe wäre er  als 43. Präsident der USA in die Geschichtsbücher eingegangen – zum Glück hat Al Gore seinem Herausforderer George W. Bush dieses Gebiet überlassen. Statt dessen hat er seine eigentliche Aufgabe entdeckt und akzeptiert: Er ist wohl der führende Umweltwarner, Umweltaufrüttler und Umweltschützer geworden. Wie leidenschaftlich er seine Vision&Mission für die Rettung unseres Planeten vertritt und vorantreibt, wird einmal mehr ersichtlich in seinem zweiten Film «An Inconvenient Sequel“ – ein Folgefilm zu seinem ersten aus dem Jahre 2007, «An Inconvenient Truth».

Unbedingt hingehen und ansehen!

In den ersten paar Minuten werden wir Zeuge von bröckelnden, in sich zusammenfallenden Grönländer Eisbergen – Einstellungen, die ich wohl mein Leben lang nicht vergessen werde, und eine Bilderbuchillustration des geflügelten Wortes, dass „nicht sein kann, was nicht sein darf“. Al Gores Film ist kein „How-to“-Ratgeber: Wenn Sie wissen wollen, was genau Sie zu tun haben, um die hart erkämpften Ziele der Pariser Klimakonferenz vom Dezember 2015 zu erreichen, würden Sie hier wahrscheinlich enttäuscht werden. Der ehemalige amerikanische Vizepräsident richtet sich an die Politik, die Wirtschaft, NGOs etc. und will Nobleres: Er will Ihr Bewusstsein verändern – Ihr Bewusstsein für die Katastrophe, die wir den nächsten Generationen hinterlassen können, die aber „nicht sein muss, weil sie nicht sein darf“.

Weiterführendes Material:

Interview
https://www.tagesanzeiger.ch/kultur/kino/Denken-Sie-an-Bondo/story/25015980

Artikel
https://www.tagesanzeiger.ch/ausland/amerika/das-ist-eine-klimawahl/story/21169189

Kurzrezension
https://www.tagesanzeiger.ch/kultur/kino/Denken-Sie-an-Bondo/story/25015980


Ein Engagement der GlobalanceBank

Die in Zürich ansässige Privatbank ist bekannt für ethisch vertretbare Anlagen. Sie hat die Gelegenheit ergriffen, ihren Kunden und solchen, die es werden könnten, an einem Sonntagmorgen den Film zu zeigen. Die Eingeladenen durften ihre Familien mitbringen, und so waren sogar auch einige junge Gesichter im voll besetzten Kinosaal zu sehen. Der Anlass war ein überzeugendes Beispiel für die erkärte Absicht der Bank, sich in ihrer Anlagepolitik auf ihre bevorzugte Gattung der „Zukunftsbeweger“, wie sie diese Menschen nennt, zu konzentrieren:

Wir investieren in Unternehmen, die die Zukunft gestalten

Zukunftbeweger sind Unternehmen mit positivem Footprint, die Produkte oder Dienstleistungen für eine nachhaltige Zukunft entwickeln und vermarkten. In puncto Innovationen spielen sie eine wichtige Rolle und profitieren dabei überdurchschnittlich von tief greifenden Veränderungen wie Digitalisierung, Urbanisierung oder Ressourcenverknappung. (Website: https://www.globalance-bank.com/de/ueber-uns/team)


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ethos-Fonds mit dem Klimaziel 2° kompatibel

Ethos hat seine Fonds einem Test unterzogen, um deren Übereinstimmung mit dem 2°-Ziel zu überprüfen. Gemäss dem Test sind die Ethos Fonds perfekt kompatibel mit dem 2° Szenario. Bei den Pensionskassen hingegen sieht das anders aus. Details dazu finden Sie hier.


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«Mehr Frauen ohne Quote»

Die herCareer-Messeveranstaltung für Frauen hat es geschafft: Mit der dritten Durchführung am 12. und 13. Oktober 2017 in München konnte sie bereits um die 4’000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer erreichen. Herzlichen Glückwunsch!

Ich habe mich sehr gefreut, dass meine Keynote-Ausführungen – die Basisüberlegungen, die zur Gründung des ThinkTanks «Female Shift» geführt haben  – bei Ann-Kathrin Eckardt, Redakteurin der «Süddeutschen Zeitung» offenbar richtig angekommen sind.


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