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«Jeder sollte verdammt nochmal tatsächlich etwas beitragen»

Das Interview von Alex Rühle (Süddeutsche Zeitung) mit dem Gründungsdirektor des «Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung) ist etwas vom Besten, was ich seit langem über Klimawandel, Umweltschutz und persönliche Verantwortung gesehen habe. Es ist am 31. Mai erschienen, unter dem Titel:

«Wie ein kollektiver Suizidversuch»
Übergewicht, Mietpreise, Stau: Viele westliche Sorgen könnten laut Klimaforscher Hans Joachim Schellnhuber nebensächlich werden.

Es ist diese Art von Gedankengängen, die mich bei der Gründung des ThinkTanks FEMALE SHIFT begleitet haben: Es ist (noch) nicht zu spät, aber allerhöchste Zeit, und neue Lösungen werden von jeder und jedem in unserer Gesellschaft persönliche Verantwortung fordern.

Empfehlenswert nach wie vor ist das 2015 erschienene Buch des Institutsdirektors «Selbstverbrennung». Dazu ein lesenswerter Artikel von Dagmar Dehner «Klimaschutz: „Der Reichtum zerstört die Umwelt“».


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Zeit für die nächste Serie von Entschuldigungen

„Facebook hat mehreren chinesischen Technologiekonzernen Zugang zu Daten seiner mehr als zwei Milliarden Nutzer gewährt. Neben dem weltweit drittgrössten Handybauer Huawei seien dies der Computer-Hersteller Lenovo sowie die Smartphoneanbieter OPPO und TCL gewesen, teilte das weltgrösste soziale Netzwerk in der Nacht zu Mittwoch mit und bestätigte damit einen Bericht der «New York Times».

Die vier seien unter den rund 60 Firmen weltweit gewesen, die auf einige Nutzerinformationen zugreifen durften, nachdem sie entsprechende Verträge mit Facebook unterzeichnet hätten. […] Vor allem die Vereinbarung mit Huawei dürfte der US-Politik ein Dorn im Auge sein.“ («Finanz und Wirtschaft», 6. Juni 2018)    Mehr


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Vaterschaftsurlaub: auch in der Schweiz ein schwieriges Thema

Wie steht es um den Vaterschaftsurlaub in der Schweiz? Eigentlich nicht so gut, nachdem der Bundesrat das Begehren immer noch ablehnt. Aber dann vielleicht auch wieder nicht so schlecht. Bilden Sie sich selbst ein Urteil.

Kleiner Hinweis: Solange ein gut Teil der Bevölkerung bei dem Wort Urlaub an Sonne, Meer und Palmenstrand denkt, werden Notwendigkeit und Wünschbarkeit einer familienbejahenden Lösung keine Chance haben.

Wortschöpfer, hier ist Eure Kreativität gefragt: Rettet die Chancen für diese Einrichtung, indem Ihr das Wort Urlaub mit etwas „Seriöserem“ ersetzt! Ihr seid gefordert, wir sind gespannt.


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Zählt am Ende doch nur das Ergebnis an der Börse?

„Weaned on assurances from her father that the future would someday be led by women, Denise M. Morrison yearned for the executive suite years before she occupied it. When she finally reached the top, at Campbell Soup Company in August 2011, she had few female peers in the upper ranks of the largest companies in the United States.

Reflecting on her career in an interview with The New York Times last month, Ms. Morrison said she had “wanted to break the glass ceiling,” regardless of the obstacles. “It wasn’t only about me,” she added. “It was about the next generation of women coming behind me.” On Friday (18. Mai 2018), Ms. Morrison retired abruptly as Campbell’s chief executive.“

Nicht das erste Beispiel für den überraschenden Abgang einer Frau in einer Top-Position. An sich ist in Krisensituationen der Weg für eine Frau geebnet; Frauen, die ihr Können und ihre Professionalität bereits hinreichend bewiesen haben, werden öfter mal geholt, wenn die Situation in der Firma oder der Branche bedrohlich wird. Die Chefin des IWF Internationalen Währungsfonds Christine Lagarde erklärt das so: „When women are called to action 
in times of turbulence, it is often on account of their composure, sense 
of responsibility and great pragmatism in delicate situations.” Aber wenn die Krise vorbei ist und die Situation gemeistert wurde, scheint das Bedürfnis nach den Fähigkeiten dieser erfolgreichen Frauen abzunehmen – ihre Zeit an der Unternehmensspitze unterliegt also einem Verfalldatum. Hat sich Denise Morrison deshalb für einen plötzlichen Weggang entschieden? Auch die New York Times kann hier nur spekulieren..


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Ethik: auch Ihre Zukunftsperspektive ?

Die schweizerische «Handelszeitung» veröffentlichte kürzlich eine Zukunftsprognose der besonderen Art: Unter dem Titel «Das könnte in 20 Jahren Ihr Job sein» machte sie zehn Tätigkeitsbereiche aus, von denen man annehmen kann, dass es sie in 20 Jahren noch gibt und dass sie Interessierten eine Beschäftigung bieten könnten. Einer davon war Chief Ethical Officer:

Job-Profil
Als Chief Ethical Officer ergänzen Sie unsere Compliance-Abteilung um den Aspekt des ethisch korrekten Handelns. Sie eruieren, welche ethischen Anforderungen unsere Kundschaft und unsere Shareholder an alle unsere Unternehmensprozesse – beispielsweise bei Bestellungen – haben, und schlagen Lösungen vor, wie wir diesen Wünschen näherkommen können.

Ethik-Rat
Sie erarbeiten ein Kategoriensystem, das unsere ethischen Grundsätze widerspiegelt, und sind Teil des Ethical Board der Firma. Sie überprüfen Verträge und Lieferketten, aber auch Szenarien, die erst in Planung sind, auf mögliche ethische Probleme. Auch unsere Verwendung und Weiterverarbeitung von Kundendaten untersteht Ihrer Prüfung.

Interessante Aussichten, oder? Was sonst vielleicht noch für Sie in Frage käme, lesen Sie hier.


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Reaktionen und Impressionen

Die Abschlussarbeiten zum Anlass vom 9. April nähern sich dem Ende – hier finden Sie eine Auswahl der Feedback-Kommentare sowie einige Erinnerungsfotos.

Wir danken allen, die zum Erfolg dieses April-Events beigetragen haben!


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Der Veranstaltungsort vom 9. April

Zürichs schönstes Zunfthaus

Für unsere Veranstaltung haben wir einen Ort gewählt, dessen Geschichte auf Handwerk, Tradition, Kultur und der Entwicklung von Zürich basiert. Der stolze Bau ist 1757 als Zunfthaus für die Zunft der Weinbauern, Wirte und weiterer Gewerbetreibenden entstanden. 33 Prozent von ihnen waren übrigens Frauen.

Das Zunfthaus zur Meisen wird als Gasthaus von engagierten Zunftwirtinnen oder Zunftwirten geführt und ist nach wie vor im Besitz der Meisenzünfter. Im ersten Stock des Hauses ist die Porzellansammlung der Manufaktur Schoren, eine Zweigstelle des Schweizerischen Landesmuseum, untergebracht.

Zu den prominentesten Gästen des damaligen «Café zur Meisen» gehörten im 19. Jahrhundert der Dichter Gottfried Keller und der Maler Ferdinand Hodler, und als Winston Churchill am 19. September 1946 seine berühmte Europarede „Let Europe Arise“ hielt, hatte man dafür den Ehrenhof der «Meisen» ausgewählt.

Wir sind stolz und freuen uns sehr, in dieser Ambiance neue Lösungen für anstehende Probleme an-denken zu können. Werden Sie mitdenken am 9. April?


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Lassen Sie sich inspirieren! (5)

Dieser letzte Beitrag in der Mini-Serie über inspirierende role models ist den Frauen im Bereich der Microfinance gewidmet: den tapferen Kreditnehmerinnen, die ihr Leben und das ihrer Familien grundlegend verändern können, einerseits sowie andererseits den vorausschauenden Frauen, die vor ca. vier Jahrzehnten die Idee einer Finanzinstitution für mittellose Frauen in Entwicklungsländern hatten.

Die Ideee heisst «Women’s World Banking» (WWB). Die Nachfolgerinnen der Gründergeneration haben dieses Pionierprojekt laufend weiterentwickelt. Zu ihnen gehört übrigens auch Rosmarie Michel, die dem «Verein ThinkTank FEMALE SHIFT» vorsteht: Sie war zwölf Jahre lang Vice-Chair der Finanzinstitution in New York. Zur Zeit arbeitet WWB mit 49 Partnern in 32 Ländern zusammen und erreicht 44 Millionen Kundinnen.

Im Sommer 2017 hatte Mary Ellen Iskenderian, derzeit CEO und Präsidentin von Women’s World Banking, Gelegenheit, dem House Foreign Affairs Committee in Washington den Stellenwert von Klein(st)krediten für Frauen in Entwicklungsländern zu erklären. Und natürlich ging es um staatliche finanzielle Mittel.

„Providing these women with basic financial services– that fundamental first step toward economic empowerment — can unlock unprecedented economic growth and job creation and can have a direct impact on development outcomes such as health, education, food security, and water and sanitation.

Women spend, save and invest money in profoundly different ways than men. One such difference: when women have discretion over their financial choices, they prioritize spending on their families. On average, women spend 90 cents out of every dollar earned on education, health care, and housing, in comparison to men’s 60 cents. Improving a woman’s financial access brings with it a “multiplier effect” that will be critical to realizing the potential of financial inclusion for reducing poverty and driving economic growth.“  Mehr

Inzwischen sind es ca. eine Milliarde Frauen, die von dieser Chance Gebrauch gemacht haben. Mary Ellen Iskenderian illustriert das in einem Satz:  „There’s nothing micro about one billion women.“


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Lassen Sie sich inspirieren – besonders heute! (4)

Zum 8. März, dem «Weltfrauentag», hier eine Hommage an die junge Frau, die es gewagt hat, sich mit der in den USA allmächtigen Waffenlobby anzulegen.

Sie hat das Massaker in Florida überlebt; sie war, wie nicht anders zu erwarten, sehr traurig, in Tränen aufgelöst. Aber Emma Gonzalez war auch wütend, und sie hat diese Wut hinausgeschrien und angeklagt, während sie die Tränen mit der Hand wegwischte. Der Ausbruch richtete sich an die Waffennarren und an Politiker, die aus wahltaktischen Gründen nicht den Mut haben, sich offen gegen die Waffenlobby zu stellen oder auch nur die kleinste Änderung der Waffengesetze zu unterstützen.. Damit hat die 18-Jährige dem Protest ein Gesicht gegeben und all den Menschen in den USA, die nach einem weiteren Massaker an einer Schule nicht einfach weitermachen wollen wie bisher.

«An jeden Politiker, der Spenden von der NRA (National Rifle Association) annimmt: Schande über euch!» rief sie, umgeben von Hunderten von Zuhörern, ins Mikrofon, und ihre «Bullshit»-Passage im klassischen rhetorischen Dreiklang könnte in Lehrbücher für Rhetorik aufgenommen werden:

“Es sei «Bullshit», zu behaupten, dass strengere Gesetze keine Wirkung hätten im Kampf gegen Waffengewalt. Es sei «Bullshit», halb automatische Gewehre mit Autos zu vergleichen, die für sich gesehen keine Menschen töteten. Und es sei «Bullshit», so tun, als wolle man sinnlose Taten wie jene von Parkland mit psychischen Erkrankungen erklären, wie das jetzt wieder geschehe.” (Tagesanzeiger, 19.2.2018))

Wird sich etwas ändern? Wir werden sehen. Zumindest aber ist Emma Gonzalez Garantin dafür, dass diese Empörung, diese Wut und diese Benennung der Schuldigen nicht gleich wieder verdampfen. Um ihre Botschaft nach Washington zu tragen, organisieren sie und ihre Mitschüler nun für den 24. März einen Protestmarsch in der Hauptstadt, den Emma Gonzalez so begründet: «Das ist unsere Gelegenheit, den Politikern zu sagen: Dieses Mal verschwindet das Thema nicht so schnell. Dafür kämpfen wir.“


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Lassen Sie sich inspirieren! (3)

Sooo viele Frauen, die das Glück haben, ein durch und durch unterstützendes privates Umfeld zu haben, gibt es ja noch nicht, aber die Anzahl der Lebenspartner, die der Frau an ihrer Seite ermöglichen, sowohl eine Top-Position zu bekleiden als auch ein glückliches Familienleben zu haben, wächst.

Und damit wird es für viele Frauen leichter, ohne das berüchtigte schlechte Gewissen ihren beruflichen Pflichten nachzugehen – ein echter Fortschritt! Emma Walmsley hat das Glück, einen solchen Ehemann zu haben. Die 48-Jährige ist seit letztem Frühling Chefin des britischen Arzneimittelherstellers GlaxoSmithKline und damit die erste Frau, die ein globales Top-Pharmaunternehmen führt.

Vor GSK arbeitete sie siebzehn Jahre für L’Oréal und leitete unter anderem von Schanghai aus das Chinageschäft. Mit ihrem Mann und den vier Kindern lebt sie jetzt im Südwesten Londons.

Ihr Vater ist der britische Royal-Navy-Vizeadmiral Sir Robert Walmsley. Militärischer Führungsstil ist aber nicht ihr Ding. Als CEO von GSK setzt sie eher auf «Management by Team of Talents», schreibt die «Financial Times». Walmsley setzt auf unternehmerisches Denken des Kaders. Wer viel Mut beweise, habe auch gute Karrierechancen, heisst es.

Es ist ein sehr persönlicher Text, in dem sie schildert, was sich in ihrem Kopf und in ihrer Familie abgespielt hat, als sie ein Job-Angebot bekam, dessen Eckdaten eine echte Herausforderung darstellen: President of GSK’s Global Consumer Healthcare Business, präsent in mehr als 100 countries mit Tausenden von Mitarbeitern und 5 Milliarden Umsatz. Vielleicht kann der Text die eine oder andere Leserin inspirieren, nach Lösungen für die Harmonisierung ihres eigenen Berufs-/Privatleben zu suchen…


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