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Es gibt noch viel zu tun

SRF, DOK, 5.3.2020


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Die Gedanken sind frei – Warum Verantwortung genau dort anfängt!

«Die Gedanken sind frei, wer kann sie erraten…» So beginnt ein sehr altes Volkslied aus dem 19. Jahrhundert, welches in der Geschichte immer wieder zu einem politischen Lied wurde. Ein Lied gegen politische Unterdrückung und als Ausdruck für die Sehnsucht nach Freiheit und Unabhängigkeit. Angeblich hat Sophie Scholl dieses Lied an den Gefängnismauern auf einer Blockflöte gespielt, als ihr Vater im Jahr 1942 wegen hitlerkritischer Äusserungen inhaftiert wurde.

Heute leben wir hier in der Schweiz sicher in keiner Unterdrückung. Dennoch lohnt es sich der Bedeutung dieses Satzes ein wenig «Gedankenraum» zu geben, denn ich glaube, wir leben in Zeiten, in denen wir uns dem Thema «Unabhängigkeit» widmen sollten.

«Die Gedanken sind frei…» Wir dürfen denken, was wir wollen. Aber tun wir das auch? Wie unabhängig DENKEN wir? In Zeiten von Filterblasen im Internet, neuen Formen, Methoden und Tools in Sachen «Brainhacking» oder dem sogenannten Technokapitalismus sind wir als Menschheit sicher aufgefordert diesem Thema Aufmerksamkeit zu geben, um unsere menschliche «Unabhängigkeit» zu bewahren. Oder müssen wir sie uns bereits zurückerobern?
Aber wir müssen gar nicht nur in die Zukunft schauen. Bleiben wir im «Gedankenraum» doch mal bei uns heute als Individuen: Wir sind als Mensch zu 90% des Tages unbewusst unterwegs. Die circa 60.000 Gedanken, die wir am Tag so denken, könnten wir gar nicht bewusst erleben. Wir würden ja wahnsinnig. ABER: Wir sollten Verantwortung für unsere GedankenMUSTER übernehmen.

Warum? Die berühmten Sätze aus dem Talmud machen dies deutlich, wie ich finde:

Achte auf Deine Gedanken, denn sie werden Worte.
Achte auf Deine Worte, denn sie werden Handlungen.
Achte auf Deine Handlungen, denn sie werden Gewohnheiten.
Achte auf Deine Gewohnheiten, denn sie werden Dein Charakter.
Achte auf Deinen Charakter, denn er wird Dein Schicksal.

Es ist also wichtig, was wir denken und wir sollten uns dessen bewusst sein oder es uns bewusst machen.

Gedanken und Emotionen hängen dabei natürlich ursächlich sehr eng beieinander. Denn es findet auf eine Situation hin immer eine (oft unbewusste) Denk-Bewertung statt, gepaart mit Emotionen/Gefühlen (Angst, Freude, Ärger, Trauer, Liebe…). Also: Situation – Emotion & Denken – Handeln. Und dies geschieht rasend schnell – oft eben auch unbewusst. Und somit sind die Gedanken nicht ganz «frei», denn sie sind gekoppelt mit Emotionen & Gefühlen.

Wie wir denken, fühlen und handeln, lernen wir. Ja, wir sind soziale Wesen und lernen sehr früh in unserer Kindheit uns in das soziale Gefüge (erstmal Familie, dann Gruppe, Schule, später Beziehungen und Berufswelt) einzufügen und uns anzupassen. Somit beeinflusst unsere Sozialisierung unseren Denk-Bewertungsprozess.
Aber dies entbindet uns nicht als erwachsene Menschen die Verantwortung für unsere Gefühle & Gedanken zu übernehmen ggf. eine Neubewertung vorzunehmen. Hier fängt Selbstführung an.

Viktor Frankl schreibt: „Zwischen Stimulus, Reiz, und Reaktion gibt es einen Raum. In diesem Raum ist unsere Macht, unsere Reaktion zu wählen.

Diese Macht unserer Reaktion ist mächtig und sie macht uns verantwortlich. Hier können und dürfen wir uns nicht «wegducken».

Machen Sie einen kleinen Selbsttest. Was denken Sie zum Beispiel am ehesten zum Thema «Arbeit» (entlehnt dem Buch: «Haltung entscheidet» von Martin Parmantier)

  1. Arbeit ist ein notwendiges Übel.
  2. Nur wer arbeitet, hat Anspruch auf Glück und Anerkennung.
  3. Wer viel arbeitet, hat viel verdient.
  4. Die Arbeit zeigt, wer ich bin.
  5. Meine Arbeit soll zu meinen Werten und meinem Lebensstil passen.
  6. Mit meiner Arbeit bin ich Teil eines sinnvollen Wandlungsprozesses.

Ihr (unbewusst) gewählter Gedankenraum wird Ihre Worte, Handlungen und Schicksal bestimmen oder zumindest stark beeinflussen. Die Denkmuster wären durch die unterschiedliche Sozialisierung sicher von Leser/In zu Leser/In verschieden und die Worte, Taten auch.

Im Gedankenmuster liegt aber auch ganz viel Freiheit und das Potential zur Unabhängigkeit, wenn wir uns dessen bewusst sind und uns diese Freiheit nehmen. Wir leben heute hier in der Schweiz in einem Land, wo wir solche Denk-Haltungen – mögen sie auch noch so sozial erwünscht sein – kontextbezogen individuell anpassen dürfen und können. Ganz im Sinne der mentalen Agilität. Hier wird Verantwortung zum Gestaltungsraum. Denn wir könnten diesen Selbsttest jetzt auf alle möglichen anderen Themen weiterspinnen: Zukunft, Mann/Frau, Erziehung, Natur, die Andren etc.

Sind Ihre Gedankenräume zeitgemäss? Denken Sie, was Sie denken wollen? So oder so: Sie tragen Verantwortung.

In der Summe prägen unsere gemeinsamen Denk-Haltungen natürlich auch unser gemeinsames, kollektives Schicksal. Und hier ist das Thema der Unabhängigkeit des Denkens wieder brandaktuell.

Im Sinne des FEMALE SHIFTS sind wir aufgefordert «Veränderungen wahrzunehmen und Verantwortung zu übernehmen.» Christine Kloess schreibt in ihrem Buch «ICH BIN» den passenden Satz: «Je mehr wir wissen, desto mehr kommen wir in die Verantwortung».

«Die Gedanken sind frei, wer kann sie erraten. Sie fliegen vorbei, wie nächtliche Schatten, Kein Mensch kann sie wissen, kein Jäger erschiessen. Es bleibet dabei: Die Gedanken sind frei»

Sind wir so frei? Wir sind so frei! Stellen wir uns der Verantwortung!


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Fe-Male for Future


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In tiefer Trauer nehmen wir Abschied von Dr. Monique R. Siegel

In tiefer Trauer nehmen wir Abschied von

Dr. Monique R. Siegel

12. Februar 1939 – 9. Juni 2019
Founder und Chefredaktion

Nach dem Motto: Veränderung wahrnehmen – Verantwortung übernehmen, hat Monique Siegel als Vordenkerin und Vermittlerin ihre neuen Projekte in Wort und Schrift entwickelt und damit Generationen von Frauen zu neuem Denken angeregt.
Wir werden sie sehr vermissen und ihre Botschaft nicht vergessen.

 

ThinkTank FEMALE SHIFT
Im Namen des Teams:
Rosmarie Michel, Präsidentin
Niederdorfstr. 90
8001 Zürich


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Meet our event partner for 9 April 2019!

9 April 2019: We welcome our event partner!

We are delighted to have Schroder & Co Bank AG as our partner for this event. The Bank has been a member of the ThinkTank practically from the beginning, and we gratefully remember its CEO, Adrian Nösberger, as having been our very first storyteller at our very first event at the GDI in June 2016.

Schroder & Co Bank AG is a Swiss Bank fully owned by Schroders plc, a British global asset manager founded in 1804 with CHF 529 billion (31.12.19) AUMA. The founding Schroder family still holds over 47% of the voting shares.

Operating in Switzerland since 1967, Schroder & Co Bank AG focus on the requirements of discerning private clients, external asset managers and charities. With head-office in Zurich and a branch in Geneva, the bank employs around 250 people and administers CHF 48 billion for Schroders Group’s companies. We take a long-term investment approach, putting our clients at the centre of everything we do.

Visit us on: https://www.schroders.com/en/ch/wealth-management/

 


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Our next event is ready for you – register now!

The Athenian Acropolis and contemporary construction workers: when antiquity meets modern times – a symbol in a way of the ethics issue that is part of our next event: How can we revive the antique concept of virtue ethics and thus perhaps facilitate new approaches to  solving problems and handling crises?

See for yourself and register – we’re open for business…


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Sehr zum Ärger der Taliban…

Die Afghanin Roya Mahboob war 23 Jahre alt, als sie ihr eigenes Tech-Unternehmen gründete. Mit 25 Jahren wurde sie vom «Time Magazine» unter die 100 einflussreichsten Personen der Welt gewählt. Denn die IT-Spezialistin verschafft jungen Frauen Zugang zur digitalen Welt.

Noch drei Sendetermine in Woche 4…


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Veränderungen finden oft dort statt, wo man sie am wenigsten erwartet: Je grösser Ihre persönliche Informationsbandbreite, desto besser können Sie sie einordnen und desto mehr Optionen ergeben sich für den Eigenbedarf.

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In Neuseeland hat ein Unternehmen erfolgreich die Viertagewoche eingeführt. Das hat viele Vorteile – für das Geschäft und die Gesellschaft.

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„Zählt man alle Betriebe zusammen, fehlen noch immer 13 Frauen, bis die Quote erfüllt ist. Für Guido Schilling, der Firmen in der idealen Besetzung von Verwaltungsräten berät, ist das nur noch eine Frage der Zeit: «Der Durchmarsch der Frauen ist nicht mehr aufzuhalten, denn die Firmen haben den Mehrwert von Gender Diversity erkannt. Nur Spätzünder haben das noch nicht begriffen.» Schilling ist überzeugt: «In den nächsten fünf Jahren wird es kein Unternehmen mehr geben, das weniger als 30 Prozent Frauen im VR hat.» Dies sei einzig deswegen heute noch nicht der Fall, weil Firmen Vakanzen abwarten müssen. «Das braucht Zeit.»

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Übergewicht, Mietpreise, Stau: Viele westliche Sorgen könnten laut Klimaforscher Hans Joachim Schellnhuber nebensächlich werden.

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Empfehlenswert nach wie vor ist das 2015 erschienene Buch des Institutsdirektors «Selbstverbrennung». Dazu ein lesenswerter Artikel von Dagmar Dehner «Klimaschutz: „Der Reichtum zerstört die Umwelt“».


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