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Neue Ansätze, neue Katalysatoren, neue Arbeitsmodelle

Gleich drei Stellungnahmen von Männern, die sich mit dem Megatrend «Female Shift» und den daraus entstehenden Konsequenzen für Männer, für Paare und für Familien beschäftigt haben:

Volker Baisch, Gründer der «Väter GmbH», sieht die Notwendigkeit für mehr Modelle in Bezug auf Aufteilung von häuslichen und ausserhäuslichen Tätigkeiten:

  • Die Diskussion sollte um partnerschaftliche Aushandlungsprozesse erweitert werden.
  • Junge Chefs, die ein Double-Career-Modell mit der Partnerin leben, sind Katalysatoren.
  • Die Männer müssen mutiger für ihre Interessen kämpfen, die Firmen flexibler werden.

Viele junge Eltern wollen ein Familienmodell, in dem beide Elternteile gleichermassen für Haushalt, Kinder und Geldverdienen zuständig sind – das hat die aktuellste Studie des «Wissenschaftszentrums Berlin für Sozialforschung» (WZB) vor kurzem wieder bestätigt: „35 Prozent der Mütter und sogar 42 Prozent der Väter würden sich die Arbeit zu Hause und im Büro sogar am liebsten annähernd paritätisch aufteilen.“ Die Väter wünschen sich fast durch die Bank mehr Zeit für die Familie. Mehr


„Männer sind weder Verlierer noch Opfer, und sie sollten sich auch nicht dazu machen lassen. [—] Uns Männern bieten sich heute so viele Möglichkeiten wie nie zuvor in der Geschichte der Geschlechterbeziehung.“

Der Schweizer NZZ-Journalist Patrick Imhasly, als Vater von zwei Kindern selbst jemand, der den Balanceakt zwischen ausserhäuslicher und familienbezogener Tätigkeit lebt, versucht, seine Geschlechtsgenossen aus der Opferrolle herauszuholen. Sein partnerschaftliches Denken und sein Plädoyer für eine realistischere Einstellung gipfeln in der aus tiefsten Herzen kommenden Feststellung: Männer, unsere beste Zeit ist – jetzt.


Im September 2016 hat die «ZEIT» eine Serie «Der neue Mann» begonnen; der erste Beitrag dazu, geschrieben von Daniel Erk, wurde unter dem vielsagenden Titel Ein Leben auf dem Streckbrett veröffentlicht. Der Verfasser beginnt seine Reflexion so: „Es war einer der vielen Momente in den vergangenen Jahren, in denen ich dachte: Vielleicht sind die Männer in den letzten 2000 Jahren einfach nur fabelhaft verarscht worden. Vielleicht war es in der Höhle, auf dem Hof, in der Stube immer schon besser als auf der Jagd, dem Feld und in der Fabrikhalle. Und vielleicht sollte ich den ganzen Krempel mit dem Ehrgeiz, der Karriere und dem Geld lächelnd anderen überlassen, stattdessen Risotto kochen, Muffins backen, zum Kinderbauernhof fahren und Esel streicheln.“

Nein, sollte er nicht. Jedenfalls nicht ausschliesslich. Wie so oft liegt der wirkliche Balanceakt nämlich nicht im Entweder/oder, sondern im Sowohl/als auch. Beides ist wichtig, im Haus und ausser Haus, für beide Partner, wahrscheinlich aber zu verschiedenen Zeiten. Das Austarieren, wer sich in einer Familie wann um welche Aufgaben kümmert, dürfte eine der spannendsten Herausforderungen für die nächste Generation sein – und ist zur Zeit eine unserer «Baustellen» – ein echter Fall von «Work-in-Progress». Wie Daniel Erk selbst vermutet: „Vielleicht ist das ein Teil der Lösung: weniger an sich denken. Weniger über Männer und Frauen nachdenken. Sondern mehr über gemeinsame Interessen. Und Aufgaben.“


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«Best Practice» – ganz im Sinne unseres Think Tanks

Sie sind Arbeitgeber und suchen Frauen, die Ihr Unternehmen stärken, verändern und voraussichtlich profitabler machen? Frauen mit einem Leistungsausweis in den Bereichen Finanz, Logistik, Konfliktlösung oder Planung und Durchführung von Events, die oft mit einem schmalen Budget veranstaltet werden müssen? Dann lesen Sie weiter…

Mehrere tausend Meilen entfernt von Zürich hat eine kluge Frau etwas von dem umgesetzt, was auch wir unter anderem mit dem ThinkTank FEMALE SHIFT erreichen wollen: Sie hat Möglichkeiten gefunden, das Know-how von Frauen, die eine Weile nicht im Berufsleben präsent waren, sondern sich auf ihre Familie konzentriert haben, neu und wirkungsvoll in die Wirtschaft einzubringen. Adaire Fox-Martin, verantwortlich bei SAP für das Gebiet Asia Pacific und Japan, hatte die Chance, das Programm «Back to Work» zu kreieren, das nach erfolgreicher Einführung in Japan und Korea, vor kurzem in Australien gestartet worden ist:

„One of the advantages of being in a role like mine is that when you want to make a difference and do something – you can. So I thought I’d look at what we could do as a company to bring this untapped resource back to work.“

Japan und Korea gehören wie die Schweiz zu den Ländern, die ein schnell wachsendes Segment von älteren Menschen haben und sich daher besonders um eine ausgewogene Zusammensetzung der work force bemühen müssen. Dazu Fox-Martin:

„Both Japan and Korea have an ageing population and there is an ongoing challenge around talent, and almost half the talent of the country is on the bench. We launched «Back to Work» because it’s an opportunity to bring talented women back to work, but also to balance our workforce and introduce a new calibre of talent back into SAP.“

Was ist nun das Besondere an diesen Frauen, und wie ist es ihr gelungen, diese talentierten Frauen zurück in die ausserhäusliche Arbeitswelt zu bringen? Lesen Sie diesen Beitrag in der australischen Zeitschrift «Women’s Agenda» vom 24. November 2016 – Nachahmung gestattet!


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Frauen und die digitale Welt: Keine Liebe auf den ersten Blick

Im 2000 habe ich ein Buch geschrieben mit dem Titel «Vom Lipstick zum Laptop! Die Frau in der Businesswelt». Der Titel hatte ein Ausrufezeichen, beschrieb also nicht Geschichte, sondern war „Programm“. Er war ein Weckruf: Um die Jahrtausendwende begann die IT-Welt ihren Einzug in unser Leben, und mir wurde damals klar: Frauen standen plötzlich Möglichkeiten offen, von denen ihre Mütter nicht mal hätten träumen können.

Viele Frauen haben inzwischen die beruflichen Möglichkeiten, die uns die neuen Technologien bieten, wahrgenommen – besonders, seit die Branche ihre Abkürzung um den Buchstaben „C“ für Communication erweitert hat. Längst nicht genügend, aber ihre Zahl wächst von Tag zu Tag. Dennoch gibt es viele andere, die jedoch nach wie vor ein berufliches Umfeld scheuen, das in früheren Zeiten in den Köpfen vieler vom Bild eines übergewichtigen, Sweatshirt Bekleideten, Brille Tragenden, Pizza und Coke am Arbeitsplatz konsumierenden Mannes unter 30 geprägt war.

Aber, aber, meine Damen: Den gibt es zwar immer noch, aber die Industrie bietet viele neue Möglichkeiten, sich mit Hilfe der elektronischen Hilfsmittel ganz neue Produkte und Dienstleistungen einfallen zu lassen. Werfen Sie mal einen unverstellten Blick auf die ICT-Welt: Sie werden überrascht sein, wieviel Kreativität und Innovation hier gefragt sind, ganz zu schweigen vom finanziellen Potential.

Die schweizerische «Handelszeitung» vom 26. Januar 2017 zeigt als Titelbild drei junge Schweizer Unternehmerinnen, die man, gemäss der Redaktion, kennen muss, weil sie „die Welt verändern“, wie es heisst. Sie sind in der Medizin und im Banking tätig und setzen sogar auf Roboter… Lassen Sie sich inspirieren!


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75 Gegenbeweise

Wer sagt denn, dass es kaum Führungsfrauen gibt: Sogar in der Bundesrepublik Deutschland, die immer noch mehr auf Industrie und Produktion ausgerichtet ist als auf Dienstleistung, ist es offensichtlich möglich, 75 kompetente Frauen in Geschäftsleitungen und Aufsichtsräten aller Arten von Unternehmen zu finden. Zu wenige, ja, aber immerhin.

Das Manager-Magazin hat diese Gruppe von “Power-Ladys” in seiner Januar-Ausgabe auf den Seiten 86-95 vorgestellt: “Sie sind klug, tough, mutig und hoch angesehen – diese Frauen haben in der deutschen Wirtschaft den grössten Einfluss.” Und ich möchte hinzufügen: Sie sehen weder unglücklich aus, noch vermitteln sie den Eindruck, dass sie hätten darum betteln müssen, in die Führungsgruppe zu kommen. Schauen Sie selbst…

Wie war das doch gleich mit den fehlenden Rollenvorbildern? Eben.


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