Facts & Figures

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Hillary Rodham Clinton: Das erste Interview „danach“

“I am passionate about the unfinished business of the 21st century: the rights and opportunities for women and girls.”

Das ist die Antwort, die Hillary Clinton heute auf die Frage gibt, ob sie sich noch einmal dem Stress eines Wahlkampfes aussetzen möchte.

Was sie sonst noch zu ihrer Niederlage und etwaigen Zukunftsplänen im ersten Interview nach dem 8. November zu sagen hat, finden Sie hier.

Ein paar Tage nach diesem Interview ist ein neues Buch zu ihrem Wahlkampf herausgekommen: «Shattered: Inside Hillary Clinton’s Doomed Campaign» (vorerst nur auf Englisch). Das Fazit der beiden Journalisten Jonathan Allen und Amie Parnes in ihrer Abhandlung des amerikanischen Wahlkampfes 2016  lautet allerdings etwas anders als die Einschätzung von Hillary Rodham Clinton: Sie sehen Führungsfehler, Fehleinschätzungen und verpasste Chancen innerhalb des Wahlkampf-Teams als Ursachen für die Niederlage… Lesenswert!

 


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In memoriam: Carme Chacón (1971-2017), erste spanische Verteidigungsministerin

Sie schrieb Geschichte: 2008 wurde die Katalanin Carme Chacón als erste Frau in der Geschichte Spaniens Verteidigungsministerin. Nicht nur das, sie war auch noch hochschwanger, als sie die Truppen besuchte – die Fotos machten sie weltbekannt –, und so wurde sie auch die erste Ministerin, die während ihrer Amtszeit ein Kind zur Welt brachte.

Am Sonntgabend, 9. April 2017, ist Carme Chacón in ihrer Madrider Wohnung tot aufgefunden worden. Ein angeborener Herzfehler ist die Ursache ihres viel zu frühen Todes.

Sie war ein besonders eindrückliches Beispiel für Tabubrüche in Bezug auf die Erwartungen, die man an die berufliche Laufbahn von Frauen hat, und hat sicher manch eine junge Frau zu einer ungewöhnlichen Berufswahl inspirieren können. Diejenigen, die diese Inspiration noch brauchen, weil sie immer wieder hören müssen, dass etwas NICHT möglich sei, seien an das Sprichwort erinnert, das den Chinesen zugeschrieben wird: “Man who says it can’t be done should not stand in the way of man who’s doing it.” Gilt selbstverständlich auch für Frauen.


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Ehrung für die „Frauen der NASA“

Wissenschaftsredaktorin Maia Weinstock ist ein Lego-Fan. Ihre Liebe zu Lego und ihr Wunsch, die „Women of NASA“ zu ehren, haben zu einer neuen Produktionsidee geführt: Voraussichtlich auf Ende 2018 wird ein neues Lego-Set mit fünf Frauen, die bei der Eroberung des Weltraums eine Rolle gespielt haben, auf den Markt kommen. Dazu ein interessantes Interview mit der Ideengeberin und Kreateurin.


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London: Scotland Yard bekommt die erste Chefin

Es ist schon lange ihr Traum gewesen, an der Spitze der wohl berühmtesten Polizeibehörde zu amten – so lange, dass Cressida Dick 2014, nach 31 Jahren Dienst bei Scotland Yard nicht mehr träumen wollte und ins Aussenministerium wechselte. Dort hat sie jedoch nur ein kurzes Gastspiel gegeben, denn wie die Regierung letzte Woche verkündet hat, wird sie in ihr ehemaliges Arbeitsfeld zurückgeholt – allerdings als Chefin. Damit wird sie in der 188-jährigen Geschichte dieser Institution die erste Frau in dieser Funktion.

Die 56-Jährige gilt als talentierteste Polizistin ihrer Generation, hat ihre Talente, Fähigkeiten und Skills in einem Förderprogramm entwickeln können und wird schon bald Gelegenheit haben, sich bei ihrem ersten Grosseinsatz in ihrer neuen Funktion zu bewähren: Sie und ein Teil der 43.000 Mitarbeiter werden dafür sorgen müssen, dass beim Besuch des amerikanischen Präsidenten im Sommer keine Krisen entstehen – angesichts der Hunderttausende von Londonern, die dagegen protestieren wollen, kein Sonntagsspaziergang.


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Fehlende Rollenvorbilder? Ach was!

Wir kennen sie ja, die Klagen von Frauen, die mit ihrer beruflichen Situation nicht zufrieden sind. Sie haben Anfang der 70er Jahre des letzten Jahrhunderts (damals weitgehend berechtigt) begonnen und sich 45 Jahre später – inzwischen unberechtigt – nur minim verändert: Die „Rahmenbedingungen“ stimmen nicht. Die staatlich geförderte Kinderbetreuung lässt immer noch auf sich warten. Die individuell vereinbarte Arbeitszeit ebenso. Die Lohngleichheit ist auch noch nicht erreicht, und die guten Jobs gibt man immer noch eher den Männern als den Frauen. Das Signal, das jungen Frauen so am Beginn ihrer Laufbahn übermittelt wird, ist: „Frauen sind nach wie vor nicht gefragt, werden nicht fair behandelt, sind immer noch benachteiligt. Vergiss es!“ Doch heute sollte dieses Signal heissen: „Dies ist deine Stunde – nutze sie!“

„Whatever women do, they must do twice as well as men to be thought half as good. Luckily this is not difficult.“

Charlotte Elizabeth Whitton
Kanadische Politikerin, Ottawa; 1. Bürgermeisterin einer
kanadischen Grossstadt

Denn es gibt für sie noch eine Zusatzbotschaft, und die heisst: „Na und?“ Die Rahmenbedingungen stimmen nie ganz; die meisten Männer bekommen ihre Jobs auch nicht auf dem Silbertablett, und Frauen könnten sich wohl kaum ihren Begabungen und Interessen gemäss entfalten, wenn sie von staatlicher Förderung abhängig wären. Und: Sie sind 51 Prozent der Menschheit. Also bleibt nur die Flucht nach vorn – allerdings mit einem Blick zurück auf die stattliche Reihe von Frauen, die sich nicht in die ihnen zugedachten Ablagefächer eingefügt haben. Nur die wenigsten von ihnen waren auf ihre Herausforderungen vorbereitet, aber sie haben ihre Chancen erkannt und ergriffen. Sie handelten innerhalb männlicher Strukturen, haben Neuland betreten und sich in ungewöhnlichen Situationen bewähren müssen.

Das sind die Rollenvorbilder, an denen sich Frauen orientieren können. In dunklen Momenten, wenn gar nichts mehr zu gehen scheint, kann man daran denken, was für Barrieren diese Frauen haben überwinden müssen und wie sie das getan haben. Dafür schulden wir ihnen Dank, und das Wenigste, was wir für sie tun können, ist, sie davor zu retten, vergessen, verleumdet oder verniedlicht zu werden.

Hier geht es also um HERstory – und wir beginnen mit einer Erfolgsgeschichte aus dem vorigen Jahrhundert in Zürich.


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