New Work und Individualisierung

«Die klassische Karriere hat ausgedient, die Sinnfrage rückt in den Vordergrund. Die Grenze zwischen Leben und Arbeiten verschwimmen im Alltag auf produktive Weise. Als Arbeit gilt künftig die Summe aller Beschäftigungen zu unterschiedlichen Lebensphasen.» – Zukunftsinstitut.de

Das vergangene Jahr hat uns sowohl auf gesellschaftlicher als auch auf wirtschaftlicher Ebene an die Grenzen gebracht. Nun stehen alle Zeichen auf ein Umdenken. Die Megatrends sind in Bezug auf epochale Veränderungen die grössten Treiber. Die Fragen, die uns zu Beginn dieses Jahres begleiten sind folgende: Inwiefern hat Corona einige der Megatrends gefördert? Welche wurden ausgebremst und welche wurden in eine andere Richtung gelenkt?

Die Kernthemen und Leitfragen des ThinkTanks orientieren sich deshalb im Jahr 2021 an den Megatrends des Zukunftsinstituts: https://www.zukunftsinstitut.de/artikel/megatrends-nach-corona-zeit-fuer-eine-revision/.

Im Verlauf des nächsten halben Jahres werden wir mit der ThinkTank FEMALE SHIFT Community die folgenden Trends genauer unter die Lupe nehmen. Der Fokus wird bei allen im Rahmen der Individualisierung stehen. Der zunehmende Trend der Individualisierung prägt das Wertesystem, das Konsummuster und die Alltagsstruktur der Gesellschaft. Die Freiheit der Wahl bringt aber auch Gegentrends wie die Wir-Kultur, welche die Solidarität und die Gemeinschaft als zunehmend wichtiger als die Individualität erachtet, hervor.

New Work und Gesundheit: Der Megatrend New Work beschreibt die Umformung der Arbeitswelt und stellt die Potentialentfaltung eines jeden Menschen in den Mittelpunkt. Die Symbiose von Leben und Arbeiten hängt auch stark mit der Gesundheit zusammen, die sich als Megatrend stark in das Bewusstsein und Selbstverständnis der Gesellschaft eingeschrieben hat.

Silver Society: Die Bevölkerung wird älter und bleibt länger gesund. Durch die veränderte Altersstruktur entsteht im letzten Drittel des Lebens eine neue Lebensphase. Dieser Lebensabschnitt soll in der Silver Society Raum für Selbstentfaltung und Selbstverwirklichung schaffen.

Konnektivität: Der Megatrend Konnektivität verdeutlicht, dass es beim digitalen Wandel im Kern weniger um technologische Novitäten geht als um soziale Resonanzen. Im Zuge der fortschreitenden Vernetzung werden menschliche Grundbedürfnisse wie Vertrauen und Sicherheit sowie kulturelle und soziale Aspekte immer relevanter für digitale Geschäftsmodelle und für die Gestaltung von Produkten und Services.

In den «Food for thoughts» werden wir jeweils einen Schwerpunkt der Megatrends thematisieren, der als Gedankenanregung dienen soll. Der Austausch mit Ihnen liegt uns sehr am Herzen und soll gepflegt werden. In Form von Webinaren und Kaminabenden werden wir gemeinsame Diskurse starten. Die Themenschwerpunkte der Trends im ersten Quartal stehen unter dem Zeichen New Work, Gesundheit und Individualisierung.

«In Zukunft steht immer weniger das solitäre Ich und zunehmend das Ich im Kontext von Beziehungen im Mittelpunkt. Beschleunigt wurde diese Entwicklung hin zur Co-Individualisierung durch die Covid-19-Krise. Das Ich wird neu definiert, die Konzepte von Freiheit und Verantwortung richten sich neu aus. Identity Design und Diversity behalten einen elementaren Stellenwert. Doch in Zukunft wird es noch stärker um die Wechselwirkung zwischen Individuum und Umwelt gehen.» – Zukunftsinstitut.de

Bild: Webseite zukunftsInstitut

Bild: LEBEN FRAUENPOWER

Die Zukunft ist menschlich… der gemeinsame Weg in eine gleichberechtigte Zukunft

Zu Beginn, als kleine Akzentuierung des Themas Gender Shift, wollen wir Ihren Blick auf ein Interview der deutschen Drogeriemarktkette dm mit Regina Mehler, Vorstandsmitglied des ThinkTanks und Gründerin der «Women Speaker Foundation», lenken.

Erfreulicherweise gibt es immer mehr weibliche Vorbilder – seien es Ärztinnen, Astronautinnen oder Staatschefinnen. Diese Entwicklung ändert das weibliche Selbstverständnis und stärkt Frauen an die eigenen Fähigkeiten zu glauben, so Regina Mehler. Dank der Digitalisierung würden sich ausserdem enorme berufliche Chancen ergeben, meint sie, weil Frauen von überall her arbeiten können.


Frauen bringen neue Blickwinkel ein, Frauen tragen Verantwortung und Frauen werden sichtbarer.
Für eine gleichberechtigte, gemeinsame Zukunft gilt es, dass sich die Gesellschaft gemeinsam weiterentwickelt, sich gegenseitig in der Mitgestaltung unterstützt und die vorherrschenden «Unconscious Bias» aufbricht.

«Sobald wir eine Sensibilität dafür entwickeln, ändert sich etwas», sagt Regina Mehler. «Dann werden etwa Computerspiele speziell von Frauen für Frauen programmiert. Oder rein männlich besetzte Orchester werden zu gemischten Ensembles. Es ist sehr entscheidend in einer Gesellschaft, wer wahrgenommen wird und wer nicht.»

Lesen Sie das vollständige Interview über folgendem Link:
https://www.femaleshift.org/v2/wp-content/uploads/2021/04/die-zukunft-ist-menschlich.pdf

Gender Diversity in der Bewusstseinsphase

Die 16. Ausgabe des Schillingreports manifestiert einen Höchststand des Frauenanteils sowohl in der Geschäftsleitung als auch im Verwaltungsrat. In den Geschäftsleitungen wird eine Steigerung des Frauenanteils um 3 Prozentpunkte von 10% auf den neuen Höchststand von 13% verzeichnet. «Hält diese Dynamik an», meint Guido Schilling, «dürfte der gesetzlich festgelegte Geschlechterrichtwert von 20% Frauen in den Geschäftsleitungen bis Ende 2030 erreicht werden». Damit zukünftig ein nachhaltiger Erfolg gesichert werden kann, ist der Frauenanteil auf Stufe Geschäftsleitung zu antizipieren. Die Gender-Diversity-Pipeline spielt dabei der massgebliche Indikator. Mit 24% erreicht der Frauenanteil auch in den Verwaltungsräten einen neuen Höchststand.

Zukunftsorientierte Unternehmen investieren seit fünf Jahren in eine grössere Gender Diversity im Mittelbau. Die folgenden Zahlen zeigen, dass sich dies nun auszahlt. In der Privatwirtschaft ist im Middle Management ein Frauenanteil von 25% und im Topmanagement von 18% erzielt worden. Auch in diesem Jahr nimmt der öffentliche Sektor eine Vorreiterrolle in Sachen Gender Diversity ein und weist sowohl im Middle Management als auch im Topmanagement 29% Frauen vor.

Auf der obersten Management Ebene erhöht sich die Zahl der weiblichen CEOs von drei auf fünf und wird sich im laufenden Jahr auf 8 steigern. Auffällig ist, dass das Durchschnittsalter seit 2017 von 50 auf 55 Jahren gestiegen ist. «Man könnte sich die Frage stellen, ob das höhere Alter der neu berufenen CEOs in einem unmittelbaren Zusammenhang mit der COVID-19-Krise und der damit einhergehenden benötigten Lebens- und Krisenerfahrung steht», bedenkt Schilling. Diese Entwicklung lässt sich möglicherweise dadurch erklären, dass die Unternehmen während dieser Zeit derart stark gefordert gewesen sind, dass keine entbehrlichen personellen Konsequenzen gezogen worden sind.

Erfahren Sie mehr über die Entwicklungen im 2021 unter folgendem Link:
https://www.schillingreport.ch/content/uploads/sites/2/2021/03/Medienmitteilung_2021.pdf

Bild: Jonah Markowitz, New York Times

«Remote Work is here to stay. Manhatten may never be the same.»

So lautete der Ansatz, welchen Doris Gisler Truog in der Kampagne zur Einführung des Frauenstimmrechts verfolgte. Ende der In Midtown Manhatten befinden sich die grössten innerstädtischen Business- und Bürokomplexe der US-amerikanischen Städte. Während dieser Stadtbezirk vor gut einem Jahr von einem «around-the-clock lifestyle» geprägt war, arbeiten heute rund 90 Prozent der Büroangestellten aus der Ferne. Der Hauptsitz von Spotify im World Trade Center, der auf 16 Stockwerke verteilt ist, wird nie wieder voll besetzt sein, das Werbetechnologie Unternehmen MediaMath wirbt mit Fernarbeitsvereinbarungen und die Anwaltskanzlei Lowenstein zieht die Überlegung in Betracht, die Mietverträge für ihre Büros zu künden. Sandler Joseph J. Palermo, der Chief Operating Officer der Kanzlei äussert sich dazu wie folgt: «Ich konnte nur wenige Leute finden, einschliesslich mich selbst, die glauben, dass wir zu alten Zeiten zurückkehren werden.» Das, was zuvor als eine kurzfristige Unannehmlichkeit aussah, ist heute zu einer dauerhaften Verschiebung geworden, bezüglich der Art und Weise, wie und wo Menschen arbeiten. Auch die fünftätige Arbeitswoche wird zukünftig ein Relikt sein.

Diese Veränderung hat nicht nur Auswirkungen auf die Arbeitgeber und auf die neu gewonnene Flexibilität von Mitarbeitenden, sondern auch auf die Wirtschaft in Manhatten, die vom Hot-Dog-Verkäufer an der Ecke bis zum Broadway-Theater von mehr als 1.6 Millionen Pendlern pro Tag aufrechterhalten worden ist.

Die lokale Verschiebung der Arbeitskräfte hat ausserdem dazu geführt, dass der Marktwert der Gewerbeimmobilien während der Pandemie um 16 Prozent gesunken ist, was wiederum einen Rückgang der Grundsteuereinnahmen um geschätzte 2.5 Milliarden zur Folge hat. Die verfügbaren Büroflächen sind in Manhatten in den letzten Monaten auf 101 Millionen Quadratmeter gestiegen. Der Anstieg der freien Gewerbeimmobilien ist aber vor allem für neue Unternehmen wie ein Segen gekommen, da sie vorher nicht in der Lage gewesen sind, rentable Büroräume zu finden.
Moderne Technologien mögen es uns wohl ermöglichen, vom Esszimmertisch in Kalifornien aus über online Plattformen mit Mitarbeitenden verbunden zu sein, doch kommt dies einem persönlichen Gespräch gleich? Andrea L. Calcaruso, Vorsitzende der Marken- und Urheberrechtsgruppe der Kanzlei Lowenstein sagt, dass es keinen Ersatz dafür gebe, sich in einem schönen neuen Gemeinschaftsraum hinzusetzten und ohne Ablenkung zusammenzuarbeiten.

Was ist Ihre Meinung, zu diesem Thema? Gerne nehmen wir die Gedanken und Anregungen der ThinkTank FEMALE SHIFT Community auf unserer Webseite unter der Rubrik “Community Marktplatz” auf.

Lesen Sie den ganzen Artikel der New York Times unter:
https://www.nytimes.com/2021/03/29/nyregion/remote-work-coronavirus-pandemic.html

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