„I know and believe that women can do and be anything they want. But I also know that meaningful cultural change can’t and won’t happen when only half of the population works towards change. Men need to act, to set examples and to be role models too.“

Justin Trudeau, Canadian Prime Minister, addresses the audience at the 2016 Catalyst Awards Dinner, highlighting the inclusive behaviors that everyone can take to make positive change for women – and men – in the workplace and in all lives.

The Gender Corner

Willkommen auf der Denkplattform ThinkTank FEMALE SHIFT! Bevor Sie sich fragen, was das ist und ob es nötig ist, lesen Sie weiter.

Vive la différence!

Spätestens seit den 1970-er Jahren sind Frauen unüberseh- und unüberhörbar geworden. Genau so lange gibt es auch die Bemühungen um Gleichstellung der Geschlechter in Politik, Wirtschaft, Wissenschaft, Kultur und Gesellschaft – mal mehr oder weniger intensiv.

Prozess: Fast fünf Jahrzehnte lang haben sich Frauen und eine Reihe von Männern mit Kraft und Energie dafür eingesetzt, Frauen den Männern gleichzustellen. Dafür sei ihnen an dieser Stelle herzlich gedankt.

Resultat: Trotz vieler kleiner Schritte war der grosse Einsatz mit viel Enttäuschung und Bitterkeit auf Frauenseite sowie Überdruss mit dem Thema bei den Männern (Stichwort «Zwängerei») verbunden.

  • Eines der eindrücklichsten Beispiele für diesen mühsamen Weg war die Quote. Wie Frauen wirklich darüber denken, ersieht man aus der empörten Äusserung: «Welche Frau möchte schon gerne eine Quotenfrau sein!»
  • Männer andererseits sollten sich zu schade sein, ihr Verständnis von Fairness und Wertschätzung in Prozentzahlen bemessen zu lassen!

Reaktion: Langsam wächst die Erkenntnis, dass Weg und Ziel falsch sein könnten: Frauen werden nie wie Männer sein. Dort, wo sie es versuchen, kann es selbst die beste Kopie nicht mit dem schlechtesten Original aufnehmen.

Bilanz: Eine Kurskorrektur ist also dringend angesagt. Schluss mit Schuldzuweisungen und Geschlechterkampf! Entspannung ist garantiert, wenn wir ganz einfach akzeptieren:

Es ist die Verschiedenheit der Geschlechter, die zu gemeinsam erarbeiteten neuen Lösungen führt, nicht eine künstlich herbeigeredete Gleichheit. Vive la différence!

5:3 – wer hätte das gedacht?

Der Gesamtbundesrat 2010: Didier Burkhalter, Eveline Widmer-Schlumpf, Johann N. Schneider-Ammann, Bundespräsidentin Doris Leuthard, Micheline Calmy-Rey (Vizepräsidentin), Simonetta Sommaruga, Ueli Maurer, Bundeskanzlerin Corina Casanova; Foto: admin.ch

Die Voraussetzungen für eine Kurskorrektur sind längst gegeben…

  • Frauen sind 51 Pozent der Menschheit.
  • Sie bestimmen weltweit über 80 Prozent der Konsumausgaben.
  • Sie haben überall auf der Welt steigende Einkommen, was eine robustere Konjunktur und einen stabileren Konsummarkt gewährleistet.
  • Studien, die seit mehr als einem Jahrzehnt durchgeführt werden, beweisen, dass Unternehmen mit Geschäftsleitungen, die aus Männern und Frauen bestehen, einen höheren Profit erwirtschaften.
  • Zukunftsforscher weltweit betonen die Entwicklung, die als «Womanomics» bekannt ist, und Leadership-Experten weisen darauf hin, dass die Zukunft der Führung einer neuen Workforce in «Gender-Heterarchien» liegt, also in Führungsgremien, die Diversity repräsentieren.

Hillary Clinton bei ihrer Rede an der Welfrauenkonferenz 1995 in Peking: „Menschenrechte sind Frauenrechte. Und Frauenrechte sind Menschenrechte.“ Screenshot: Clinton Presidential Library

… und die Notwendigkeit ist offensichtlich

  • Noch nie hat es eine solche Dichte und Gleichzeitigkeit von grossen Problemen in der Geschichte der Menschheit gegeben.
  • Der Fortschritt bei der Bekämpfung dieser Krisenherde ist mager: Der Versuch, mit (bewährten?) Lösungsansätzen aus der Vergangenheit die Zukunft zu gestalten, ist zum Scheitern verurteilt, besonders wenn diejenigen, die sie verursacht haben, auch die Lösungen erarbeiten sollen.
  • Es braucht neue Krisenbewältigungsstrategien, und die wiederum brauchen neue, wenn möglich krisenerprobte Team-Mitglieder.
  • Die sind hauptsächlich vorhanden in zwei neuen Generationen von top-ausgebildeten Frauen.
  • Sie müssen ihr Wissen und Können jetzt in die Waagschale werfen und bereit sein, die Chancen, die sich Frauen zum ersten Mal auf diesem Niveau bieten, zu erkennen und entsprechend Verantwortung zu übernehmen.
  • Frauen und Männer lösen Probleme auf verschiedene Weise: Für die einen ist der Fokus das Ziel, für die anderen ist der Weg dorthin mindestens ebenso wichtig. Nicht umsonst heisst es ja: «Frauen suchen Wege. Männer legen Schienen.» Bekanntlich brauchen wir beides, und so brauchen wir auch beide Sichtweisen, um ein anderes Gesamtbild von bestehenden oder potentiellen Krisenherden zu bekommen und entsprechende Lösungen zu erarbeiten.

Nicht Gleichschaltung ist also das Gebot der Zukunft, sondern Anerkennung und Respekt gegenüber der Verschiedenartigkeit.

Zukunft

  • Der ThinkTank FEMALE SHIFT hat eine Plattform kreiert, die als Ziel den Gemeinnutz anvisiert durch eine Zusammenarbeit von Frauen und Männern – auf Augenhöhe! Grundlage dafür ist das Mission Statement.