“Was darf die Satire?” hiess die rhetorische Frage, die mein Lieblingsschriftsteller Kurt Tucholsky stellte und mit “alles” gleich selbst beantwortete. So weit möchte ich gar nicht gehen, aber das Risiko, auf ironische Weise das Weltgeschehen zu kommentieren, besteht bei  mir schon. Dazu gilt es festzuhalten: Auf dieser Seite werden Sie meine persönliche Meinung lesen – sie kann, muss aber nicht zwingend die Meinung des Vorstands sein. Okay? Okay!

Kaleidoscope

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Google in der Sexismus-Falle

Wie bitte? Der weltweit beliebteste Arbeitgeber gerät in die Schlagzeilen wegen sexistischen Tönen im Unternehmen, ein Mitarbeiter wird gefeuert, und ein renommierter Publizist der «New York Times» schlägt öffentlich vor, dass der CEO des weltweit beliebtesten Arbeitgebers den Hut nimmt. Was hat es wirklich auf sich mit den Vorwürfen und den daraus entstandenen Turbulenzen bei Google?

Sehen Sie selbst (Google_in_der_Sexismusfalle).


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Zahlen, denen man trauen möchte

Zugegeben, es ist „nur“ ein Op-ed-Beitrag in der «New York Times»– also einer, der offiziell die Meinung seines Verfassers wiedergibt, nicht unbedingt die der Redaktion –, aber von dem angesehenen Kolumnisten: Charles M. Blow. Er wagt sich weit vor mit seinem Beitrag vom Montag, 15. Mai, der bereits mit dem Titel «Trump’s Madness Invites Mutiny»  zu Meuterei einlädt und auch sonst nicht durch Zurückhaltung auffällt. So heisst es unter anderem über den derzeitigen Präsidenten der USA:

„He is insecure, paranoid and brittle, jostling between egomania and narcissism, intoxicated with a power beyond his meager comprehension and indulging in it beyond the point of abuse.“

Blow warnt allerdings davor, schon auf ein Amtsenthebungsverfahren zu hoffen, aber er serviert ein paar Zahlen, denen man gerne trauen möchte: Es sieht so aus, als ob die Unterstützung der Wähler nachlässt.

Man fragt sich aber, was noch passieren muss, bevor das Mass voll ist. Noch glaubt man in Washington, dass es genügt, wenn der Sicherheitsberater vor die Medienvertreter tritt und ein kurzes Statement abliest: Die Meldung, der Präsident habe höchstgeheime Informationen an die Russen weitergeleitet, sei falsch. Es ist anzunehmen, dass hinter den Kulissen auf Hochtouren daran gearbeitet wird, das Gegenteil zu beweisen. Wir werden diese Woche sicher Gelegenheit haben, noch mehr Mitteilungen dieser Art zu hören: Schliesslich steht der amerikanische Präsident kurz vor seinem ersten Besuch in Israel – Fettnäpfchen-Alarm auf höchster Stufe…


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„No one will ever mistake you for a politician“

Sie ist eine der arriviertesten Kolumnistinnen, die Pulitzer-Preis-Gewinnerin Maureen Dowd, und regelmässig zu lesen in der New York Times. Sie nimmt kein Blatt vor den Mund, was sie in vielen scharfzüngigen Kolumnen bewiesen hat und wovon die “Ehemaligen”, die Präsidenten Clinton oder George W. Bush (den sie meistens nur als “W.” bezeichnete), ein Lied singen könnten. Präsident Obama bot nicht so viele Angriffsflächen, doch Hillary Clinton in ihren Augen um so mehr.

Aber nun hat sie in der Figur des derzeitigen Präsidenten ein neues Objekt gefunden, wie sie mit ihrem Beitrag vom 26. März in der «SundayReview» der NYT in Form eines persönlichen Briefes an den Präsidenten unmissverständlich zeigt. Solange der jetzige Bewohner im Weissen Haus residiert, wird ihr der Stoff garantiert nicht ausgehen. Ein Zitat? Gern:

“You know how you said at campaign rallies that you did not like being identified as a politician? Don’t worry. No one will ever mistake you for a politician. After this past week, they won’t even mistake you for a top-notch negotiator.”

Maureen Dowd
26. März 2017


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MRS
MRSFounder and Editor-in-Chief ThinkTank FEMALE SHIFT