Manal-al-Sharif: Foto: Time Magazine
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Manal al-Sharif: die Autofahr-Tabubrecherin liest in Zürich

TIME MAGAZINE zählt sie zu den 100 einflussreichsten Frauen unserer Zeit. Mit ihrem Mut und ihrer Beharrlichkeit könnte sie bewirken, dass sich für saudische Frauen etwas Grundlegendes ändert.

„Saudiarabien ist das einzige Land, das Frauen verbietet, Auto zu fahren. Der islamische Gelehrte Abd al-Aziz ibn Baz erliess 1990 eine Fatwa, in der er schrieb: Wenn man Frauen erlaube, Auto zu fahren, verderbe das die Gesellschaft. In Saudiarabien heisst es, Frauen seien Königinnen und Königinnen würden nicht Auto fahren. Saudische Frauen sind auf Männer angewiesen, wenn sie sich fortbewegen wollen – auf Ehemänner, private Fahrer, Taxifahrer. Es gibt keinen öffentlichen Verkehr.

«Die Fundamentalisten haben ihre Macht immer an den Frauen demonstriert», sagt Manal-al-Sharif  im Skype-Gespräch mit der NZZ. Auch sechs Jahre nach ihrer Protestfahrt setzt sich die 38-Jährige dafür ein, diese Macht zu brechen. Sie tut dies aus der Ferne: Nachdem sie als Aktivistin berühmt geworden war, gab man ihr bei ihrem Arbeitgeber, dem staatlichen Ölkonzern Aramco, zu verstehen, dass sie nicht mehr erwünscht sei. Sie zog erst nach Dubai, lebt mittlerweile mit ihrem brasilianischen Ehemann und dem gemeinsamen Sohn in Sydney. Ihren Mann hatte sie einst bei Aramco kennengelernt. Sharif hält Vorträge, mobilisiert im Internet, liest aus ihrer vor kurzem auf Deutsch erschienenen Autobiografie («Losfahren»).“
(Quelle: NZZ, 23. September 2017)

In Zürich wird die Aktivistin am Sonntag, 1. Oktober 2017, um 20.00 Uhr im «Kaufleuten» über ihren Tabubruch sprechen. (Ticketvorbestelllung)

Moderation: Antonia Moser, Redaktion Religion SRF. Das Gespräch mit der Autorin findet auf Englisch statt; deutsche Textpassagen liest Ariela Sarbacher.

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