Sarah al-Suhaimi, 37
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Jenseits unseres Tellerrands…

«Femallahshift» war die Bezeichnung, die das deutsche Zukunftsinstitut (www.zukunftsinstitut.de) bereits vor Jahren den Emanzipationsbestrebungen muslimischer Frauen aus verschiedenen Ländern gab. Sie basiert auf der Erkenntnis: Wenn es gelingt, eine gewisse Sachlichkeit in die Diskussionen um den Islam zu etablieren, werden es die Frauen sein, die Wesentliches dazu beigetragen haben.

Bis dahin braucht es allerdings noch manches an Bewusstseinsveränderung. Interessant wird es zum Beispiel, wenn eine Frau gleichzeitig erzkonservativ, aber beruflich erfolgreich in einer Männerwelt ist und darin keinen Widerspruch sieht: Beruflich ist Sarah al-Suhaimi seit Frühjahr 2017 Chefin der saudischen Börse, als erste Frau in dieser Position; privat findet sie, ganz im Gegensatz zu ihrer Geschlechtsgenossin Manal al-Sharif,  dabei das Autofahrverbot für Frauen ganz in Ordnung:  „Wir bewegen uns viel, auch wenn wir nicht hinter dem Steuer eines Autos sitzen. Ich reise, wohin ich will. Da gab es auch nie Probleme, da mein Vater mich immer unterstützt hat.“

Saudiarabien erfährt gerade einen gesellschaftlichen Umbruch, in dem Frauen ebenfalls eine wichtige Rolle spielen. Obwohl Schulbildung für Mädchen erst in den 1960er Jahren eingeführt worden ist, sind heute bereits 55% der Studierenden an den Universitutäten des Landes Frauen.

Am Arbeitsplatz der Börsenchefin sind übrigens gut 30% der Mitarbeitenden Frauen, und triumphierend weist sie auf einen wunden Punkt in unserer Gesellschaft hin, wenn sie davon spricht, dass global Frauen um Lohngleichheit kämpfen: „Das ist bei uns anders, hier werden exakt die gleichen Löhne für Männer und Frauen gezahlt. Und zwar schon länger.“ 

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